Rentenangst – Wiederholung des Dokumentarfilms auf Phoenix

Sonntag, 12. April 2009

Der Dokumentarfilm „Rentenangst – Der Kampf um die Altersversorgung“ von Ingo Blank und Dietrich Krauß aus dem Jahr 2008, über den hier im Blog bereits eine Besprechung der Erstsendung unter dem Titel „Der große Rentenschwindel“ vom März 2008 vorliegt, wird am 15. März 2009 um 12:30 auf dem Sender Phoenix wiederholt. Wer ihn noch nicht gesehen hat, sollte ihn wenigsten für später aufzeichnen.

Worum geht’s? In der Notiz von 2008 schrieb ich: „Folgt man dem Film, sieht es bei der kapitalgedeckten Zusatzversicherung, ob Riester-Rente oder andere geförderte Formen, nicht viel besser aus. Daß überhaupt jemand diese Policen zeichnet, ist zunächst intensiver Lobbyarbeit zu “verdanken”. Norbert Blüm, der im Film zu Wort kommt, spricht von einem Kartell aus Versicherungswirtschaft, Politik, Medien und gekauften Gutachtern und “Experten”. Und – so ein Zufall – (fast) alle, die dieses System öffentlich propagieren, verdienen finanziell daran – sei es über Förderungen und Zuwendungen aus der Versicherungswirtschaft oder über Beteiligungen. Damit das funktionierte, wurde die gesetzliche Rentenversicherung gezielt vor die Wand gefahren. Dieser Prozeß, einmal in Gang gesetzt, ist nicht mehr umkehrbar.“

Auch wenn man den Thesen so nicht folgen mag, hat man es hier mit einem Fernsehfeature zu tun, von dem es nicht mehr sehr viele in den öffentlich-rechtlichen Sendern gibt.

Phoenix, 15.4.21009, 12:30 Uhr

Photoshop in HTML schmeissen bei Arte

Mittwoch, 10. September 2008

Und wieder ein „Relaunch“, daß einem die Tränen kommen. War die Website des TV-Senders Arte bisher noch verhältnismäßig kundenfreundlich (man hat sogar gut mit dem Weißraum gearbeitet und nicht den gesamten Bildschirm vollgemüllt), tobte sich beim Relaunch irgendeine Agentur aus und versuchte, den Auftraggeber mit der kompletten Adobe-Palette zu beindrucken. Leider ist das Ergebnis u.a. durch die gegenseitige Überlagerung von Flash, DHTML und Marquee-Bereichen sowie Javaskript-Arien dermaßen erschreckend, daß nicht nur der Browser kurz vorm Kollabieren steht. Angesichts der Summen, die bei solchen Projekten verbrannt werden, fragt man sich, ob das jemand abgenommen hat, bevor man die Website auf die Kundschaft losließ. Oder guckt das wieder kein Schwein?[TM] Beim „Deutschen Sport Fernsehen“ (DSF) war die Agentur gleich konsequent: Den Sender guckt tatsächlich kein Schwein, folglich wird der komplette Webauftritt gleich in Flash entwickelt und läuft auch nur da ab. Katastrophal, aber völlig egal.

Heuschrecke spart weiter bei der Berliner Zeitung

Freitag, 20. Juni 2008

Nach einem Bericht der taz stehen bei der BV Deutsche Medienholding, zu der u.a. die Berliner Zeitung, Netzeitung, Hamburger Morgenpost, Tip u.a. gehören, weitere Entlassungen bevor, diesmal in der Größenordnung von 150 bis 200 Arbeitsplätzen (von 930 Stellen insgesamt), wobei auch ganze Produktionsbereiche ausgelagert werden sollen. Chefredakteur und gleichzeitig Geschäftsführer Depenbrock steht dabei unter dem Druck der britischen Mecom-Gruppe um Montgomery, die als Zielvorgabe eine Rendite von 20 Prozent angepeilt hat – eine im Zeitungsbereich reine Phantasiezahl. Laut taz wollen die Mecom-Investoren (Rentenfonds) endlich Geld sehen.

Der Berliner Verlag macht nach Verlusten im Jahr 2002 mittlerweile Gewinn (7,9. M). Allerdings wurden ihm wie bei Übernahmen durch Heuschrecken üblich die Kredite zur Übernahme aufgebürdet, sodaß die Blz kräftig Zinsen und Tilgung dafür zahlen darf. Der in diesem Szenario nächste denkbare Schritt (falls die Zielvorgabe bei der Rendite nicht erreicht werden kann), daß sich nämlich das aufgekaufte Unternehmen überschulden muß, um dem Investor eine Phantasiedividende zu zahlen mit anschließendem Fleddern der Leiche, dürfte in diesem Fall nicht geräuschlos über die Bühne gehen.

[Update] Wie man den Laden ausplündert, um auf ein (unrealistisches) Renditeziel von 30 Prozent zu kommen, beschreibt die Frankfurter Rundschau vom 23.6.2008 am Fall von Pro7.Sat1 und der Heuschrecke Permira unter dem schönen Titel melken oder schlachten.

Der große Rentenschwindel

Montag, 10. März 2008

Man hatte den Versorgungsfällen in den Öffentlich-Rechtlichen schon gar nicht mehr zugetraut, daß so etwas auf Sendung gehen könnte. Sonntag abend war es wieder soweit – einer der inzwischen selten gewordenen Fälle einer sauberen Polemik in Form einer längeren Dokumentation.

Der Film „Rentenangst – Der Kampf um die Altersversorgung“ von Ingo Blank und Dietrich Krauß in der ARD (SR, 9.3.2008, 23:30 Uhr) befaßte sich mit dem zunächst nicht so spannend klingenden Thema der Altersversorgung in Form der gesetzlichen Rentenversicherung und der im Zuge der Schröderschen „Sozialreformen“ forcierten privaten kapitalgedeckten Altersvorsorge, die mit dem Abbau von Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung einherging. Nun ist ja seit längerem bekannt, daß es mit kapitalgedeckten Lebensversicherungen, wie sie die Versicherungskonzerne anbieten, bezüglich der Rendite nicht so weit her ist – manche sind schon froh, wenn sie das Geld zurückbekommen, das sie im Laufe der Jahre eingezahlt haben.

Folgt man dem Film, sieht es bei der kapitalgedeckten Zusatzversicherung, ob Riester-Rente oder andere geförderte Formen, nicht viel besser aus. Daß überhaupt jemand diese Policen zeichnet, ist zunächst intensiver Lobbyarbeit zu „verdanken“. Norbert Blüm, der im Film zu Wort kommt, spricht von einem Kartell aus Versicherungswirtschaft, Politik, Medien und gekauften Gutachtern und „Experten“. Und – so ein Zufall – (fast) alle, die dieses System öffentlich propagieren, verdienen finanziell daran – sei es über Förderungen und Zuwendungen aus der Versicherungswirtschaft oder über Beteiligungen. Damit das funktionierte, wurde die gesetzliche Rentenversicherung gezielt vor die Wand gefahren. Dieser Prozeß, einmal in Gang gesetzt, ist nicht mehr umkehrbar.

Man kann dem Beitrag, ob man seine Thesen nun teilt oder nicht, nur eine häufige Wiederholung wünschen. Was aber eher unwahrscheinlich ist und daher sei auf die einschlägigen Bittorrent-Seiten verwiesen.

[Update] Die Wiederholung der Sendung findet im Digital-Kanal der ARD Eins Extra statt: 25.3. um 01:15 und 22:02 sowie am 30.3. um 16:00 Uhr. s. Programmvorschau.