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Alle nackich dank Google

Autor: Thomas Schramm am 5. September 2007 @ 18:51 unter Security | 3 Kommentare

SecGoogle und der Datenschutz wird hier allmählich eine Art Running Gag. Allerdings gibt sich die Firma aus Seattle auch alle Mühe, das Google-Bashing ordentlich zu befeuern. Nach der bekannten Schnüffelei durch Cookies und Nutzer-IDs und deren Speicherung auf den Google-Servern erfreut uns diesmal die deutsche AGB des neuen Google-Dienstes „Text und Tabellen“, die sich golem.de näher angesehen hat [1]. Dieser neue Dienst, von dem es inzwischen auch eine deutschsprachige Version gibt, ist das vom allgemeinen „Web 2.0“-Geschwurbel bekannte Outsourcen von Programmen und Diensten und deren browserbasierte Umsetzung auf externe Applikationsservern – in diesem Fall laufen die (Web)Anwendungen (Tabellenkalkulation und Textverarbeitung) bei Google, wo ebenfalls die Speicherung der Daten und Texte stattfindet. Einige Firmen bekamen daher schon große Augen, da sie dachten, dank dieser kostenlosen bis relativ preiswerten Dienste sich die Ausgaben für interne Software sparen zu können. Auch einige Schulen spekulierten schon, daß sie sich Ausgaben für Software sparen und die Schüler übers Netz mit diesen externen Anwendungen arbeiten lassen könnten.

Nach Punkt 11 ihrer AGB sichert sich Google die kostenlose „Lizenz“ zur Weiterverarbeitung der durch Nutzer eingestellten Daten sowie deren Öffentlichmachung, Anpassung und ggf. Modifikation. Zwar soll dies nur der „Bewerbung“ des Anwenders dienen, jedoch hält sich Google eine Hintertür offen durch so schöne Formulierungen wie

„dass diese Lizenz Google auch das Recht einräumt, entsprechende Inhalte anderen Gesellschaften, Organisationen oder Personen, mit denen Google vertragliche Beziehungen über die gemeinsame Erbringung von Diensten unterhält, zugänglich zu machen und die Inhalte im Zusammenhang mit der Erbringung entsprechender Dienste zu nutzen.“

Im Gegensatz zu den US-AGB fehlt in der deutschen Version der Hinweis, daß der Nutzer (Urheber) bei der Öffentlichmachung seiner von ihm eingestellten Daten explizit zustimmen muß. Daher sei gewarnt, wer außer dem Brief an die Omma auch nur halbwegs vertrauliche Daten dort eingeben will. Dasselbe gilt erst recht für Dienste wie Kalender und Adressen. Big Brother kann alles gebrauchen und erstellt aus den gesammelten Daten ein Gesamtbild des Nutzers in einer Weise, wie man es vor ein paar Jahren nicht für möglich hielt. Vorausgesetzt, der Anwender macht sich freiwilig nackich. Wann kommt die Google-Kundenkarte?


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[1] näher angesehen hat: http://www.golem.de/0709/54556.html