Süddeutsche Zeitung erhöht Abopreise

Montag, 16. Februar 2009

Während ringsum die Pleitewelle grassiert und beim Geldausgeben das Händchen allgemein stark verkrampft, handeln die neuen Inhaber des Süddeutschen Verlags antizyklisch: Mit einer Preiserhöhung des Abonnements von jetzt 38,40 auf märchenhafte 41,40 Euro. Im Monat. Das sind rund 80 D-Mark, falls sich jemand an diese Währung erinnert.

Der Online-Zugang zur gedruckten Ausgabe kostet übrigens Extra – 6 Euro für Abonnenten, 20 Euro für Nicht-Abonnenten. Diesen Service gibt’s bei der FAZ, die ähnliche Phantasiepreise für die Print-Ausgabe verlangt, für ihre Abonnenten wenigstens noch kostenlos. Bei der FAZ erhält man zudem eine reine Textversion – die SZ hat sich für das aufwändige und für den Leser eher gruselige ePaper ala Neue Zürcher entschieden, bei dem man die Zeitung im Originallayout bekommt mit Myriaden von Javascripts, die den gewünschten Artikel dann herausfriemeln.

Sicherlich sind die Anzeigeneinnahmen gesunken und die Preise für Papier und Maschinen gestiegen. Allerdings muß man das Produkt auch zu einem realistischen Preis verkaufen können. Da bin ich gespannt, ob sich diese Hochpreispolitik durchziehen läßt – angesichts der inhaltlich eher dürftigen Online-Präsententation für den Verlag ein Muß, setzt man doch vor allem auf den Printbereich und laviert sich mit der Online-Version eher so durch. So wünschen wir denn der im Moment einzig noch lesbaren überregionalen Tageszeitung, der Süddeutschen, für die Zukunft alles Gute.

Süddeutsche komplett bei Google

Dienstag, 09. Dezember 2008

Offenbar liest man auch bei der Süddeutschen Zeitung die Nutzerstatistiken der New York Times, denen zufolge die meisten Besucher nicht explizit die NYT direkt ansteuern, sondern über die Google-Suche kommen. Bei der Süddeutschen scheint man nun die Spezialdatei für den Google-Robot soweit angepaßt zu haben, daß darin weitgehend alle Artikel der aktuellen Ausgabe aufgeführt und damit online via Google zugänglich sind. Den direkten Weg hat man dabei verbaut: Das Portal der Süddeutschen enthält bis jetzt nur einen sehr kleinen Teil der aktuellen Ausgabe rsp. verlinkt nicht auf eigentlich zugängliche Artikel. Man stellt somit die Printausgabe nicht direkt online, hätte aber gern zusätzliche Nutzerzahlen über die Trefferlisten der Suchmaschinen.

Der Perlentaucher, der dies entdeckte, macht sich nun die Mühe, täglich anhand der vorliegenden Printausgabe die Artikel des aktuellen Feuilletons der Süddeutschen zu „ergoogeln“ – „Die ganze SZ ist online – exklusiv beim Perlentaucher“. Sehr schön, leider hat man es dann mit dem Content Management System der Süddeutschen zu tun. Dort gibt es zwar eine Javascript-Druckfunktion, die jedoch keine speziell aufbereitete Seite für den Drucker hervorbringt, sondern lediglich den Weg zum Drucker-Button erspart (also weitgehend nutzlos ist). Getestet mit Firefox, ggf. ist die Website obtimiert für Microsofts IE.

[Update] Und vorbei ist es mit der „Süddeutschen im Netz“. Der Perlentaucher von heute (11.12.) vermeldet: „Die Print-SZ hat ihre Artikel wieder eingepackt“. Das war den Verlagsfritzen wohl zuviel des Guten, womit die SZ-Interessenten wieder mit der reinen Printausgabe vorlieb nehmen müssen (deren Wochenendausgabe übrigens gerade eine Preiserhöhung erfahren hat). Den Webauftritt der SZ zu besuchen lohnt sich nicht, da kaum Übernahmen aus der Printausgabe erfolgen, und die online versammelten Wallawalla-Artikel haben eher Focus-Niveau.

[Update 2] Der Perlentaucher vom 12.12. verlinkt ca. jeden zweiten Beitrag zur Süddeutschen. ;) Dann googelt mal schön.